Die Dunkelzeit neigt sich ihrem Umkehrpunkt zu: Morgen ist jener kosmische Tag der Wintersonnenwende; hier im Westen fast vergessen. – Hab mal irgendwo gelesen, dass die Geburt Christi damals mit diesem Tag übereinstimmte, was ja – auch unabhängig vom christlichen Kontext – ein schönes Aufeinandertreffen von natürlichen Finsterstunden und menschlichem Retterlicht ist; aufgrund der Präzession wurde dieses Datum auf den 21. bzw. 22. Dezember vorverlegt – aber was weiß ich schon … das weiß ich: Nachdem in der zum Träumen und zur Demut anregenden Netflix-Doku-Serie Ancient Apocalypse ein kurzer Clip eingespielt wurde von Sonnenuntergängen aufeinanderfolgender Tage, und unser Stern mit jedem Abend weiter nach links über den Horizont wanderte, bis zu einem gewissen Punkt, an dem er dann verweilte und […]
„Nur derjenige, der von uns gegangen ist, ist derjenige, der zu uns gehört. Verstehst du, mein Lieber?“„Aber, Opa! Das hat doch nichts damit zu tun.“„Was soll womit was zu tun haben?“„Mann! Hörst du mir nicht zu: Ich saß mit einem Freund und einem Bekannten beim Frühstück, in einem Hotel, das voll von Gemälden war; auch neben meinem Freund hing eins; darauf war ein Mann abgebildet. Als wir dann die Semmeln rumreichten, scherzte ich, dass der ja auch wahnsinnig hungrig sein müsse – und daraufhin hat mein Freund dem Bild eine Semmel hingehalten.“„Und was ist passiert?!“„Ja nichts ist passiert, Opa. Das war ja nur ein Bild.“Ein Grinsen breitete sich über das faltige Gesicht aus. „Folge mir.“ Er stand auf, nahm seinen […]
Trotz tanzendem Fließenströmt er in nur eine Richtung;ein Mit- und ein Gegeneinanderdes lebendigen Wassers.Steinerne Uferum rinnende Gleichmäßigkeit –ungebrochen zeitlos.Kleine Blätter treiben,die letzten Mücken schwirren,eine Fledermaus frohlocktim himmelshellen Nachtbeginn;während Krähenherdenzu hunderten hinfort ziehen,und aus der StadtMotoren dröhnen –in den Kirchen,da lebt noch Gott;dort bin ich ihm vorhin begegnet –und auch hier: Im Fluss – als Fluss –,der vor meinen Füßenwellend Straßenlichter dehnt. –Was brachte mich hierhin?
Wo lässt mich dieser Wahnsinn beginnen, aufgespannt zwischen verstörenden Schönheitsidealen und verstörenden Zukunftsidealen?Die einen lassen ihr Aussehen manipulieren, um in gewissen Perspektiven, die von Kameras eingefangen werden, hyperästehtisch zu erscheinen – dabei gleichen sie grauenhaft überzeichneten Puppengesichtern, die sich alle nicht nur viel zu sehr ähneln, sondern auch seltsam unmenschlich wirken: Also irgndwos is do foisch in dem Gfriß. Ob Männer, die ihren Kiefer verbreitern lassen oder Frauen, deren Lippen nicht voll genug sind – ich weiß! Dies ist keine Neuheit; dass man diesen falschen Gesichtern aber immer häufiger begegnet: schon. Natürlich nimmt Homo Modernus sich das Recht, seine Erscheinung zu verändern; wir sind letztlich ein höchst manipulatives (mit der Hand verändern) Wesen! So sehr, dass wir mittlerweile über der […]
“Der große Grund” – Öl auf Leinwand, 40x40cm.
Bin kein Verfechter von Halbherzigkeit. Oft genug ist die Inspiration zu überwältigend, als sie in reiner Feinheit einzufangen; da schreibt man sich einen ab und fängt sich einen ein, was das Zeug hält, um dann, oft schon am nächsten Tag, die eher mittelmäßige Qualität des Eingefangenen feststellen zu müssen. Was dann noch bleibt, wenn dieses rohe Werk einen noch berührt: Schleifen und schleifen, vom Dreck befreien, Überflüssiges reduzieren und Kohärenz der Bilder und Sprache abzustimmen – eine mühselige Prozedur. Aber dann, wenn man es zu Ende gebracht hat, zahlt es sich aus (man vergleiche die erste Version dieses Sonetts mit dieser).(PS: Eine Überarbeitung der Website steht an; hinzukommen einige persönliche Veränderungen, auf die ich mein längeres Schweigen schieben möchte – […]
Nächsten Dienstag, den 4.10.22 um stattliche 18:30 in der Pannaschgasse 6, 1050 Wien gibt’s die nächste Lesung, der ich beiwohnen darf: dem Leseabend in der Bücherei Margareten mit Sabine M. Gruber, Ilse Pauls, und Cornelia Travnicek.Würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut! – von mir gibt’s Lyrik und Prosa.
Das mit dem Bewerben muss ich noch lernen. Die Veranstaltung in Finsternis ist übermorgen. Wird ein besonderes Erlebnis. Meine drei Kollegen Constantin Schwab, Julia Krammer und Ida Leibetseder lesen Texte, ich funke mit Lyrik dazwischen – zum Thema: Licht und Schatten – es beginnt um 20 Uhr in der Mariengasse 1 im 17. Wiener Berzirk. (Entschuldige mich für die lange Ruhepause auf der Website, die bald erneuert wird). Bis bald!
Et voilà, wie angekündigt. Wintermarkt vor Schloss Schönbrunn, Acryl auf Leinwand, 40x60cm.
18:16 Uhr, an der massiven Wolke am schalblauen Himmel brechen sich Sonnenstrahlen. Rechts von mir wartet eine Leinwand mit grober Grundlage für zwei Gesichter – schrecklich sieht’s aus, noch! Wenn ich eins bezüglich Kunst gelernt habe, dann: Eine vage Grundlage schaffen, die man dann, im Prozess, in die Perfektion schleift – was auch immer das bedeutet (bei mir ist es ein Gefühl, das eintritt und etwas ausdrückt wie “jetzt stimmt’s”).Ein Monat ist die letzte Meldung her; zur Zeit schwelt es an einigen Enden: Meinen Debutroman Netzlos in die vierte Fassung zu schmieden; genug Leinwände fertigzustellen, um die Selbstständigkeit nicht an den Nagel hängen zu müssen (eine Leinwand und diverse Zeichnungen sind noch verfügbar, falls Kaufinteresse besteht – gerne Kontakt aufnehmen); […]