Trotz tanzendem Fließen
strömt er in nur eine Richtung;
ein Mit- und ein Gegeneinander
des lebendigen Wassers.
Steinerne Ufer
um rinnende Gleichmäßigkeit –
ungebrochen zeitlos.
Kleine Blätter treiben,
die letzten Mücken schwirren,
eine Fledermaus frohlockt
im himmelshellen Nachtbeginn;
während Krähenherden
zu hunderten hinfort ziehen,
und aus der Stadt
Motoren dröhnen –
in den Kirchen,
da lebt noch Gott;
dort bin ich ihm vorhin begegnet –
und auch hier: Im Fluss – als Fluss –,
der vor meinen Füßen
wellend Straßenlichter dehnt. –
Was brachte mich hierhin?
Die Not der Ängste und
das Wahre der gelebten Lügen.
Wie bedrohlich dunkel nun
der ruhige Fluss wirkt –
trägt er sich ja bis ins schwarze Meer! –
O Wien!
Wie richtetest du mich Dorfkind nieder!
Freuderaubend tief
ließt du mich blicken.
Und jetzt fehlt sie mir,
sie.
Ohne sie
bin ich doch bloß ein halbes Wesen,
halber Mensch,
halber Mann –
halb Ich.
Und doch kann ich meinen Blick nicht zu ihr heben –
zu der Aufgabe meines Lebens,
die mir viel zu groß und schwer,
zu unbezwingbar scheint –
„So beschäftigt mit sich selber“,
schießt’s mir durch den Kopf.
Und da weiß ich plötzlich,
dass der Fluss wie Ewigkeit,
in sich unendlich dringend,
stets gelassen
weiterfließt.

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