Zugegeben: drei Köpfe in einem vierten sind etwas anstrengend, aber es ist mit Kohle, von der, wie der aufmerksame Leser bereits weiß, ich in den Bann gezogen bin … dieses taktil-Schwarze … mmmh. Und außerdem war diese Zeichnung fast wie ein Puzzle: die sich überschneidenden Linien und Schattierungen allein beim Erstellen … könnte ich mir unnüchtern gar nicht vorstellen. Nun ja. Eine schöne Woche noch!
nicht. Ein Aphorismus für zwischendurch: Keine Entscheidung ist so bedeutend, dass sie nicht den Tod zum Lachen bringt. Juli 2018, bei einem pseudo-weisen Nietzsche-Imitationsanfall
Jahresrückblick, Jahresrückblick, Jahresvorblick – Moment. Zwei Rückblicke, und nur ein Vorblick? Das ist ja nicht symmetrisch. Einen Vorblick machen wir noch. Gut. Zwei Rückschritte, zwei Schritte vor – und ZACK! sind wir auf derselben Stelle gelandet – Nein! Natürlich nicht. Verändert sich ja was, man verändert sich. Wie war das mit Hesses Siddhartha und diesem Flussgleichnis? Kannst einen Stein in einen Fluss werfen, dann wieder, und wieder, und immer ist der Fluss anders, augenblicklich anders. Dann ging es Hesse, wenn ich mich richtig erinnere, darum, dass alles in der Welt eine eigene Zeit hat (Hallo Einstein und Relativität); die letzte Wüste wird irgendwann zum Dschungel, Mensch wird Staub, Stein zu Leben, alles zu nichts und umgekehrt. Ob da man da […]
Dem Hochbunker der letzten Woche folgt nun das Tunnelgeflecht im Grund allen Seins. BÄM! Große Worte, kleiner Geist. Aber das Gedicht spricht für sich selbst. Hoffentlich. (Das tausendste Mal Todesfuge hören und „Wasser und Feuer“ lesen hat mich hierzu bewegt: nämlich das Reimen hinten an zu stellen, und rein auf die Melodie der Zeilen zu achten.) Ich wünsche Euch eine besinnliche Zeit! Tunnel Trägt sich aus dem Tunnelendeentlang der schwarzen Wände nichtdas Lichtzu dir,in jedem Augenlichtblick? Wie ist es mit dem Seh-Sinnen,wenn es am Gestein zerrinnen will,wo Rillenschattenblicken lassenauf das Scheinweltendunkeldes Unsergrunds? Dort,wo Sinnen sich mit Zweifel eint,wo jeder Tunnel noch so gleich erscheintund erst gar nicht ist,weil sich nichts mehr unvereintals Alles in die Ganzheit frisst? Wie könnte dann […]
Vorbereitung hoffentlich für eine Frühlings- oder Herbstleinwand 2021. So hässlich, faszinierend und irgendwie schön. So schön, dass echte Wiener diese „Augenkrebsgeschwüre“ zersprengen wollen (Thema: unbewusste Projektion), was scheinbar durch die viel zu nah herumliegenden Wohnhäuser zu umständlich ist; ehrlich: ich finde sie gehören zu Wien, diese „Hochbunker„. Wie unsympathische Kellner, wunderschöne Frauen, ein neunzehnter Bezirk und ein Reumannplatz und: endlich, nach viel zu langen Jahren: nicht nur ein, SONDERN GLEICH ZWEI LÄDERACH-GESCHÄFTE in Wien! Jetzt gibt’s kaum noch Gründe, um die Schweiz zu besuchen. Außer vielleicht, um in die Fußstapfen C.G.Jungs in seinem Bollinger Turm oder Nietzsches Zarathustra-Weg in Sils Maria zu treten – Verzeihung: schleichen.
Lyrisch angehauchte Prosareflektion zum Thema Erwachsenwerden; Themenvorgabe war „Zerrissene Zwanziger“. Ein Beitrag für eine erscheinende Anthologie meines Vereins Jung Wien ’14 (und der Text ist aus erkenntnisreicher Frustfrucht verdaut und ausgeschieden worden in Lido delle Nazioni, wo ich durch glückliche Umstände Zeit mit einem Kumpel verbringen durfte – Piadina, mmh). Kein Tag vergeht ohne Schmerz. Schmerz, der Furchen ins Gesteinsfleisch reißt.  Und wenn du kein zerklüftetes Küstengebirge bist, dann hat dich das Meer ganz schnell zu Sand verwandelt – was es so oder so tun wird – nur deinem Massiv entsprechend zeitaufwändiger.Mensch ist begrenzte Zeit; weil Kosmos begrenzte Zeit ist? – Alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht; und es wird zu Grunde gehen. Wie die letzte Hoffnung. […]
Wie könnte dem Bewusstseinsstrom nicht „das Spiel der Psyche“ folgen? Ein Experiment in erzählerischer Lyrik. Und eine Präsentation meiner Stimme.Bis nächsten Dienstag!
Das Privileg ein Mitglied in einigen Autorenverbänden zu sein zeigt auch auf, was in der Literaturszene verpönt ist, bei den zeitgenössischen Schreiberlingen, die das Schreiben ernst nehmen: der Bewusstseinsstrom – stream of consciousness – wie man so schön sagt.Daran wird eben kritisiert, dass das Ich des Schreibenden seine Weltsicht und sein Erleben für derart besonders und mittelungswürdig empfindet, dass unabhängig jeglicher Text-Aufbau-Kompetenz, die Gedanken aus dem Kopf aufs Papier – oder eher in den Laptop – gehämmert werden, unter der Erwartung, das nächste große schriftstellerische Genie zu sein. Klassische – konservative – Strukturen, die einer guten Geschichte zugrunde liegen (Charakter, Ort, Geschehnisse, Peripetie, Symbole, Tragik, Komik, usw., usw.) werden dabei (un)gekonnt ausgeblendet durch die narzisstische Euphorie, dass man gerade tatsächlich […]
Der Lauf des Maschinengewehrs war auf mein Herz gerichtet. In seinen Augen Blutlust. Und in mir Angst. Niemand anders war hier. Auch ich hatte meine Waffe auf ihn gerichtet. Meine AK. In der Nacht noch auseinander genommen, gereinigt und zusammengesetzt. Schlaf ist ein Segen Gottes, den die Menschen in seinem Reich erhalten – wir dagegen … trotz der Explosionen im Hintergrund, trotz der Schreie und den ratternden Schüssen war es still, zwischen ihm und mir. Weder er noch ich bewegten uns. Drei Meter Abstand. Wir blickten. Blinzeln hieß Schwäche, und der erste Fehler. Ich sah den Panther in ihm, ein verletzter, seelenverwundeter. Das Maul blutig, die Glieder gespannt, bereit. Wir verharrten so lange. Elisabeth. Ferdinand. Mein kleines Wir, das von […]
Erster Ganzkörper-Akt-Zeichenversuch, leider von einem Foto. Seitdem ich das Malen und Zeichnen ernst nehme, bin ich dahintergekommen, dass das unmittelbare Davorstehen vor dem Lebendigen etwas Einzigartiges, Magisches hat – da können Fotographien noch so schön und talentiert geschossen sein; letzteres ist etwas anderes, eine andere Erfahrung; ersteres ist, wie David Whyte so schön sagt, paraphrasiert: das Dialogische zwischen Mensch und Wirklichkeit.