Tunnellyrik

Dem Hochbunker der letzten Woche folgt nun das Tunnelgeflecht im Grund allen Seins. BÄM! Große Worte, kleiner Geist. Aber das Gedicht spricht für sich selbst. Hoffentlich. (Das tausendste Mal Todesfuge hören und “Wasser und Feuer” lesen hat mich hierzu bewegt: nämlich das Reimen hinten an zu stellen, und rein auf die Melodie der Zeilen zu achten.)

Ich wünsche Euch eine besinnliche Zeit!

Tunnel

Trägt sich aus dem Tunnelende
entlang der schwarzen Wände nicht
das Licht
zu dir,
in jedem Augenlichtblick?

Wie ist es mit dem Seh-Sinnen,
wenn es am Gestein zerrinnen will,
wo Rillenschatten
blicken lassen
auf das Scheinweltendunkel
des Unsergrunds?

Dort,
wo Sinnen sich mit Zweifel eint,
wo jeder Tunnel noch so gleich erscheint
und erst gar nicht ist,
weil sich nichts mehr unvereint
als Alles in die Ganzheit frisst?

Wie könnte dann nur ein Geblicke
aus dem Tunnellosen hoch, nach vorn,
genügen,
um zu sehen,
dass das Sinnlicht ständig fällt,
und dir nur fallenleuchten kann,
in einer zutiefst wirklich schwarzen Welt?