Der Winter vor meinen Füßen. Der Winter, weiße Unterhaltung. Flocken schweben an mir vorbei, tänzeln um mich herum.Da, die bezuckerten Bäume, da, die dünn beschichteten Felder, und hier hat es eben erst begonnen zu wintern, der Winter mit seinem mächtig grauen Himmel, in dem das Blau ertrunken, die Sonne verschluckt,die Wolken mächtig grau in den Horizont ragen – es ist Tag. Einzelne Bäume ziehn an mir vorbeiBäumchen, zwischen Fußspuren der Wald kommt näher. Der Wald, der sich bewegt, der in der Kälte wiegt,vielleicht im Wind.Im eisigen Wind, der durch die losen Blätter weht, der eisige Wind, der sie verweht,der greift, sie greifen muss die weiße Winterhandich sehe siewie sie mit ihren Fingern durch den Wald streift, wie sie ihn mit […]
Ihr Gesicht puterrot, die Augen verengt, Abscheu im Gesicht – „Ich bin doch nicht abergläubisch!“, hallt es durch den Raum. Ihr Blick flüchtet, weicht aus, weicht dem Blick aus, der sie bedroht, der sie in Frage stellen will – „Das ist doch Blödsinn! Das sind Verrückte, die dir weismachen wollen, dass das gut für dich ist!“, spuckt sie, die Schlange. Alle Anwesenden wissen, wie es um sie steht: sie verrottet innerlich; ihr Körper hat sich gegen sie gewendet und sie zermürbt. Hoffnung bedeutet nur noch mehr Schmerzen. Die Schlange wird zum Drachen: „Das ist EIN Mann! Und du glaubst nur einem Mann allein?!“ Der Drache zum Menschen. „Erzähl mir doch nichts. Dieser Poporov oder wie der heißt kann zu Hause […]
Als Geschenk getarntes Geschenk an den lieben Max: „Der Schmetterling“ – Ein Werk dieser Art folgt noch, bevor es mit den Studien weitergeht.
Die verpestenden Billigfluglinien erlauben armen Schluckern und Schluckerinnen in kürzester Zeit weite Strecken und gegensätzlichste Kulturen, sowie die einzige Konstanz in all dem Reisewahnsinn kennenzulernen: Flughafen Menschen irren umher.Schweigen still.Warten. Irrende Menschen schwirren umher.Verschlossen, voller Stressstolzierend. Menschen gestresst.Die Stirn in Falten gepresst.Ein Drängen, Suchen, Zittern.Ein Träumen, Schlendern, Wittern … Menschen gehen – bedacht. Hier ahnungslos, dort planlos und da:Zweifel. Ebenda, Klarheit: Bedenken, bedacht gehende Menschen in die Zukunft – eine Richtung hinter dem, was getragen, was geschmückt,was hinter dem … wird? Durch Achtung im Gesicht.Der Körper spricht.
Nach Barcelona folgte Paris und eine leicht beängstigende Erfahrung metaphysischer Objektsexualität ebendieser. Welche Stadt würde sich auch besser dafür eignen? Paris Ich geh‘ durch deine Gassen, die so voll sind von Französischem, weiblichen Stolz … Zwischen edlen Restaurants und rotlippigen Schönheiten schlingst du dich um mich … eine sinnliche Umarmung. Du berührst mich im Gaumen, berührst mein Herz, meine Augen … Du schönes Paris. Du stilles, graues Paris. Kaum zwei Stunden bin ich in dir, schon bin ich besessen, vernarrt, verliebt … Bezaubert … Ich will dich durchdringen. Ich will dich durchdringen, wie du mich empfangen musst! Aber längst schon sind wir eine Einheit, nicht? Eine Einheit, du und ich. Lodert unser Feuer denn nicht gemeinsam, jetzt, in dieser Liebesbeziehung […]
Irgendwann im Jahr 2017 hat mir ein gewisser Herr Hosch die Wahrheit über meine damaligen Gedichte offenbart: voll von Unfähigkeit. Sein Ratschlag lautete: „Versuch’s mal mit Texten.“ Zürich – Das Geschnatter Auf dem schwarzen See glitzert die untergehende Sonne in unzähligen, hellgelben Flecken. Mit den vielen kleinen Wellen flechtet sich daraus ein dynamisches Kunstwerk. Ein Kunstwerk, in dem hunderte Flügelwesen schweben, über diese seidige, schwere Substanz. Weiße Skulpturen gleiten durch dieses Wasser, voll Animus und Anima. Vereinzelt, hie und da, tauchen jene Figuren ihr Haupt in die flüssige Dunkelheit. Vielleicht, um zu sehen, was dort unten ist? Vielleicht, um sich zu säubern? Zu animieren? Die Meisten aber sind versammelt, am Rande des Sees, denn dort werden sie gefüttert. Dort, weit […]
2018 sind Menschen in mein Leben getreten, die für mich die ganze Schreiberei vom witzigen Hobby zur wahnwitzigen Berufung gewandelt haben – die kommenden Beiträge werden eine Rückblende sein. Und beginnen wir mit einer Kurzgeschichte: Der Spiegel Silbern glänzende Oberfläche –glasklare Augen sehn mich an. Ich blicke in meinen Spiegel. Der Morgen ist hell und frisch, genau wie die funkelnden Augen, die mich aus dem Spiegel anstrahlen. Unglaublich, dass man so früh schon so gut aussehen darf! Noch einmal durch die Haare fahren, noch einmal den Kragen richten – hoffentlich ist das Rubenstein das richtige Hemd für diesen Tag. In der Küche duftet der frisch gemahlene Kaffee und zusammen mit meinem neuen Parfum riecht das Zimmer gefährlich gut. Mein Handy […]
Status Quo: die Rohfassung eines Buches (erster Teil einer Trilogie) wird gerade überarbeitet. Diesen wahnsinnigen Prozess habe ich ganz frech unterschätzt. In der zweiten Jahreshälfte wird eine Anthologie zum Thema „Loch in dünner Zeit“ erscheinen (PEN) – ich gehöre zu den Glücklichen, deren Worte man in dieser Anthologie wiederfinden wird. Dienstag ist ab nun der „Ich-melde-mich-Tag“ – Gedichte, Texte, Kurzgeschichten, ungefilterte Gedanken oder die neuesten Bilder werden dienstags veröffentlicht. -Ciderot Text: Kontrollzwang Wenigstens kann ich behaupten zu wissen wie das Wetter morgen sein wird. Oder aber betonen, dass die gestrige Erfahrung schöner gewesen wäre, wenn die Umstände anders. Zum Glück ist es ja auch nicht so schlimm, wie vielleicht befürchtet – es könnte ja doch anders kommen, wenn es anders […]
Sterne zerpflückt – über den Nachthimmel gestreut. Das Leuchten aus dem tiefen Schwarz glüht geheimnisvoll. Der mächtige Wind flüstert Geschichten, während dunkle Wolken das Himmelszelt zudecken. Es scheint, ein Künstler habe dieses Bild erschaffen, und ich bin hier um es zu betrachten. Aber die schweren, tiefgrauen Schwaden verbieten mir die Sicht auf den Kosmos. Eine Schneise!
Ein hässlicher, fetter Bierbauch spannt ein dünnes Camp-David-Hemd, sodass 9 Gucklöcher zwischen den Knöpfen entstehen. Aus den Luken, die zu viel Körper freigeben, speit die rot verbrannte Wampe; sonnengebleichte, sich kringelnde Schweineborsten ragen aus dem Dekolleté hervor und auf diesem Teppich Brusthaare glänzt ein Goldkettchen, das gerade noch so aus den Fettwulsten des Halses findet.