Corona – ein Lehrgedicht

Corona + PEN Club = Anthologie “Notfall: Covid-19 – Texte zu und in der Pandemie”

Und plötzlich trinken wir die selt’ne Ruh,
an Tagen, welche endlos Sonntag sind.
Es weht ein sanfter, liebevoller Wind
und frühlingseinsam wird das Ich zum Du.

Der Heilungskrieg lähmt jäh die stolze Wirtschaft
Was lässt sich retten, und was ist zu stunden?
Es brechen Schulden auf, es heilen Wunden,
der Staat verordnet alles der Gesellschaft.

Wir tanzen zyklisch, tanzt so auch das Leben?
Für wie viel Irren noch bleibt uns die Zeit?
Der Kosmos lacht, verlacht, die Erde schreit.

Was wär‘, wenn statt zu nehmen, wir mehr geben?
Doch Mächte führen uns in Gier und Streit –
das Virus war ein erstes, mildes Beben.