Wo lässt mich dieser Wahnsinn beginnen, aufgespannt zwischen verstörenden Schönheitsidealen und verstörenden Zukunftsidealen?Die einen lassen ihr Aussehen manipulieren, um in gewissen Perspektiven, die von Kameras eingefangen werden, hyperästehtisch zu erscheinen – dabei gleichen sie grauenhaft überzeichneten Puppengesichtern, die sich alle nicht nur viel zu sehr ähneln, sondern auch seltsam unmenschlich wirken: Also irgndwos is do foisch in dem Gfriß. Ob Männer, die ihren Kiefer verbreitern lassen oder Frauen, deren Lippen nicht voll genug sind – ich weiß! Dies ist keine Neuheit; dass man diesen falschen Gesichtern aber immer häufiger begegnet: schon. Natürlich nimmt Homo Modernus sich das Recht, seine Erscheinung zu verändern; wir sind letztlich ein höchst manipulatives (mit der Hand verändern) Wesen! So sehr, dass wir mittlerweile über der […]
Bin kein Verfechter von Halbherzigkeit. Oft genug ist die Inspiration zu überwältigend, als sie in reiner Feinheit einzufangen; da schreibt man sich einen ab und fängt sich einen ein, was das Zeug hält, um dann, oft schon am nächsten Tag, die eher mittelmäßige Qualität des Eingefangenen feststellen zu müssen. Was dann noch bleibt, wenn dieses rohe Werk einen noch berührt: Schleifen und schleifen, vom Dreck befreien, Überflüssiges reduzieren und Kohärenz der Bilder und Sprache abzustimmen – eine mühselige Prozedur. Aber dann, wenn man es zu Ende gebracht hat, zahlt es sich aus (man vergleiche die erste Version dieses Sonetts mit dieser).(PS: Eine Überarbeitung der Website steht an; hinzukommen einige persönliche Veränderungen, auf die ich mein längeres Schweigen schieben möchte – […]
Nächsten Dienstag, den 4.10.22 um stattliche 18:30 in der Pannaschgasse 6, 1050 Wien gibt’s die nächste Lesung, der ich beiwohnen darf: dem Leseabend in der Bücherei Margareten mit Sabine M. Gruber, Ilse Pauls, und Cornelia Travnicek.Würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut! – von mir gibt’s Lyrik und Prosa.
Das mit dem Bewerben muss ich noch lernen. Die Veranstaltung in Finsternis ist übermorgen. Wird ein besonderes Erlebnis. Meine drei Kollegen Constantin Schwab, Julia Krammer und Ida Leibetseder lesen Texte, ich funke mit Lyrik dazwischen – zum Thema: Licht und Schatten – es beginnt um 20 Uhr in der Mariengasse 1 im 17. Wiener Berzirk. (Entschuldige mich für die lange Ruhepause auf der Website, die bald erneuert wird). Bis bald!
Et voilà, wie angekündigt. Wintermarkt vor Schloss Schönbrunn, Acryl auf Leinwand, 40x60cm.
18:16 Uhr, an der massiven Wolke am schalblauen Himmel brechen sich Sonnenstrahlen. Rechts von mir wartet eine Leinwand mit grober Grundlage für zwei Gesichter – schrecklich sieht’s aus, noch! Wenn ich eins bezüglich Kunst gelernt habe, dann: Eine vage Grundlage schaffen, die man dann, im Prozess, in die Perfektion schleift – was auch immer das bedeutet (bei mir ist es ein Gefühl, das eintritt und etwas ausdrückt wie „jetzt stimmt’s“).Ein Monat ist die letzte Meldung her; zur Zeit schwelt es an einigen Enden: Meinen Debutroman Netzlos in die vierte Fassung zu schmieden; genug Leinwände fertigzustellen, um die Selbstständigkeit nicht an den Nagel hängen zu müssen (eine Leinwand und diverse Zeichnungen sind noch verfügbar, falls Kaufinteresse besteht – gerne Kontakt aufnehmen); […]
E lö ssonnä nümehro troa – man sieht, dass ich in meinen Jahren in Wien nichts von meinem Französisch verlernt habe. Die Tiefe dunkelt. Raubt der Sicht das Licht.Und Tiefe munkelt: „Hier verschling‘ ich dich!Versetze deinem Herz den Schattenstich,bis dir entquillt, was ich mit Herz vernicht‘!“ Befürchtet sie die hellen, heißen Flammen,die stäubend reißend ihr Geschwärz zergleißenund blendend weiß – durch sie – das Dasein spleißen,dem lodernd alle Formen ganz entstammen. Und so erleben wir, was uns zerreißt:Dass zwei Extreme sich in eins verdichtenund es, in uns geliebt, uns jetzt befreit. Was uns vereint ist wohl, was „Leben“ heißt:Dass sich aus einem zwei unendlich schichtenund es zuhöchst getrennt zutiefst gedeiht.
Sonnet Nammba tuh – oder wie auch immer man auf Englisch schreibt. „Erhöh‘ auf Höchste mich, du meine Tat,und lass den Mensch in mir mein Opfer sein;damit das Volk im meines Leidens Scheindas Gute spürt, weil Böses ständig naht.“ „Gekreuzigt willst du diese Welt verlassen?Und ewig allen eine Wahrheit bleiben?Verneinen, was du bist, und sie doch treiben?Mein blindes Kind! Auch du wirst einst verblassen.“ „Drum muss ich alle Dunkelkraft verlichten!“„Weil Licht ja ohne Schatten nichts vermisst?“„Dem schwarzen All will ich entgegenpflichten!“ „Wie endlich du für dieses Werden bist.“„Auch and’re wussten sich aus Gott zu richten!“„Und auch, dass Gott sich ohne Mensch vergisst.“
Sonette sind nach wie vor eine Herausforderung; und die beste Schule. Sie zwingen dir einen Rhythmus auf, dem du dich zu knechten hast – damit du dich der fast heiligen Form des Sonetts bedienen darfst. Es folgen in den nächsten Wochen einige meiner Versuche. die Todeswellen brechen und zerberstenum alles Land, noch bis ins letzte Hauszerströmen, greifen, reißen sie es ausund hinterlassen Welt für die einst ersten Entdecker und Gebärer einer Kraft,die aus dem Chaos Ordnung schafft gewaltig;der Kinder wegen, Leben, mannigfaltig,und Dasein feiert mit dem reinsten Saft aus bittersüßen Wurzeln tiefster Erden –denn im Verfall versteckt sich neues Werden –um irgend dann, nach Blütenpracht erschlafft, in das, was ewig jetzt so vielgestaltigsich selbst verformt, zurückzukehren, rausaus vollstem, höchsten Sein […]