Was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen

Es ist wieder so weit! Ein Monat neigt sich seinem Ende zu, und bereitet schon dem Nächsten wieder einen Anfang! Ach, dieser ganze Wahnsinn mit unendlichem Geende und unursprünglichem Beginne – Nietzsches mag vielleicht an der ewigen Wiederkunft zu Grunde gegangen sein – aber warum auch musste er an diesem Grunde verweilen?
“Ist der Juni warm und nass, gibt’s viel Korn und noch mehr Gras.” – herrlich dieser bäuerlichen Redewendungen; und erschreckend, wie das auch auf die Corona-Zeit zutrifft: Regale proppenvoll mit Korn-Flaschen, und überall sprießen CBD-Shops wie Pilze aus den Geschäftsstraßen – geht doch nach Amsterdam, ganz ehrlich! Warum hat denn Wien nur den 12. Platz der lebenswertesten Weltstädte gemacht, 2021? HM?! Am mangelnden Tourismus und fehlender Kultur für 1,5 Jahre kann es ja wohl nicht liegen!
Zurück zur Fassung: Kürzen wir den Bildungsteil dieses Blogeintrags auf vier Sätze zusammen: 1.: Kein anderer Monat fängt mit demselben Wochentag an, wie der Juni – außer der Februar des folgenden Jahres. 2.: Juni kommt von Juno (der Frau Jupiters, der das römische Äquivalent des griechischen Zeus ist, nä; dat wiss mer mittlerweile), und die Frau Göttin Juno steht für die Ehe, Geburten, Fürsorge und Beschützerin von Rom. 3.: Im Juni gibt’s entweder am 20.,21. oder 22. die Sommersonnenwende; Gegenteil der Wintersonnenwende, sprich: längster Tag, kürzeste Nacht (und ja: das heißt, dass seit letztem Montag der Untergang erneut begonnen hat …). Und 4.: In Gärtnerkreisen (kennt irgendjemand irgendeinen Gärtnerkreis?) spricht man auch vom Rosenmonat (früher auch Rosenmond genannt), weil die Rosenblüte im Juni ihren Höhepunkt erreicht – ist das nicht wunderschön? Kitschig, und doch wunderschön? Rosenmond. Mein neues Lieblingswort … Ich fühle aus meinen Fingerenden brechen wollende Lyrik – doch die kommt in diesen letzten Wochen zu kurz; muss, leider – Leidenschaft.
Warum?
Die Arbeit an Netzlos ist … eh … FUCKING VIEL! Bin dabei, das 13. Kapitel (von 26) in die 3. Fassung zu bringen; aber wenn jedes Komma sitzen soll, dauert’s halt doch. Größte Lektion ist: keine Deadlines setzen, wenn eh jeder Tag dem Kunstwerk geopfert wird; dann nämlich ist es nur eine Frage des Wanns, und nicht des Obs. Aber grundlegend, als abstrakteres Ziel: dieses Jahr sollte die 3. Fassung stehen.
Hinzukommt, dass ich als hart arbeitendes Glückskind wirklich verdammtes Glück erfahren durfte, letzte Woche: da ich zur Zeit öffentlich male (Eingriffeliger Weißdorn im Augarten) entstehen einige Gespräche mit Menschen, auch Kindern. Der Vater eines ganz herzigen jungen Mädchens hat doch tatsächlich in Schönbrunn zu tun, und ja: Ick hab ne Auftragsarbeit von Schönbrunn inner Tasche! Soll dat Schloss malen wie ick will und dann wird dat jekooft, und jedruckt, und dann kommt det innen Shop, wo man so Passepartouts davon koofen kann. Läuft ditte jut, dann mach ma ne Serie draus, bis Dezember 2021 – also: BÄM.

Wünsch euch Hübschen eine noch hübschere Woche!