Eintreffen

Irgendwo in den Fluten unserer stimulierenden Datenwelt tanzt ein Fünkchen Aufmerksamkeit. Na, wie wunderbar, dass diese Worte ihren Weg in ein Gehirn gefunden haben! Wunderbar, wundervoll, auch ein wenig wundersam – also. Warum du hier? Bist?
Das kann ich nicht beurteilen, hängt es ja doch von dir ab. Aber was ich dir anvertrauen kann: hier bist du – nicht richtig. Aber auch nicht falsch. Hier gibt’s ein wenig aus meiner verrückten Welt, und ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, genau diese hin- und herzurücken. Ob es wohl jemals passt? Das werden wir wohl herausfinden, oder ich, oder du, aber eigentlich eher andere, mit mir, dann durch mich, vor allem aber durch andere. Scheint komplex, aber braucht es nicht Parameter, Objektives mit unterschiedlichen Zugängen, ja Vergleiche, eine Basis, um das ganze Thema zu klären? Schwierig. Wäre es verrückt, wenn ich für meinen Traum sterben würde, jeden Tag aufs Neue? Wäre es verrückt, wenn ich gebückt durch eine Einkaufsstraße mit 700 Geschäften liefe, ohne den Blick ein einziges Mal von meinem Handy genommen, und dabei niemanden gestoßen zu haben? Ich fände beides großartig, fast schon Kunst. Und hier sind wir bei mir, einem „Künstler“. Ich bereite vor, ich bereite auf. Aufgefächertes Geschöpftes. Ob mit Worten – das, was mich schon seit klein auf begleitet, und für dessen Meisterschaft ich mich erst vor kurzem entschieden habe – oder mit Bleistift, Farben und Papier – gleiches Spiel.
Wenn du schon soweit gelesen hast, kann ich dir ja auch knallhart die Wahrheit ins Gesicht schreiben: das hier wird persönlich, wie jede Kunst. Also ist auch diese Version der Kunst nichts Besonderes. Aber es wird ehrlich. Ein Teilhaben an meinem bedeutungslosen Leben, nicht weil ich Nihilist bin, sondern, weil ich nicht bedeute. Mal ehrlich: ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Ich hab’s versucht! Mehrere Male! Ich falle und lande immer wieder hier. 23 Jahre hat es gedauert, bis sich da ein Fünkchen Freiheit für diesen Trieb entwickelt hat. Weitere 2 Jahre, bis ich mir eingestehen konnte, dass es für mich nichts über Schöpfen gibt. Jetzt bin ich der Sklave meiner Freiheit, der Unterworfene meiner Passion, der unbehinderte Krüppel. Das habe ich nun akzeptiert. Egal, wie sich das Ganze entwickelt.
So; weg von der Selbstdarstellung und nun endlich zu mir: Willkommen in meiner Welt!

Wien, 20.04.18