Jetzt werden aber die alten Kamellen ausgegraben, 2018, denk ich. Selbstverständlich über die Jahre verfeinert, drei, vier, fünf Mal … aber ein Apfelbaum passt einfach zu gut zum letzten Blogeintrag, meiner Meinung nach. Fürchterliche Furchen fraßen sich empor,für die funkelnden Früchte am verästeten Geende.„Seltsam verwinkelter Stamm,wie verlierst du dich nur in deiner Baumkrone?An deiner schwarzen Raurindetrocknet das Harz, und deinem Alter zum Trotzetreiben,bald lebenssaftig,schon leuchtend, wie deine Innenwelt,zwischen wenig grünen Astherzen,deine Kinder hervor.“
Prometheus, du alte Sichtschleiche, was hast du uns nur dieses verfluchte Götterfeuer erstohlen? Was soll dieser Schlausinn, Hesiod? Theogonie-Style das Fundament einer Gesellschaft erschreiben. Großartig. Wie Homer. Und die tausenden Verfasser der Bibel. Und was bleibt uns dann übrig, 2000 bis 3000 Jahre später? Und dann noch die Ägypter, davor, dann das- oder diejenige/*n – was auch immer – die Gobekli Tepi (oder wie man das schreibt; Internet hier in Griechenland ist lahm) erbaut haben, mindestens 9600 Jahre vor dem Heute?Ach, wo reicht’s hin, wo kriecht’s heraus, diese tiefengesättigte Menschendimension, die das Geschlecht, und jedes der beiden Geschlechter, ernährt, endlos, Zeit transzendierend – göttlich bis zum Untergang?Ich zitiere mich nur ungern, aber: „… Uns der Glaube aus den Seelen fortrationalisiert […]
So heißt sie, die neue Leinwand. Passend zur Selbstständigkeit, meiner, die nun um den 13. Oktober begonnen hat – 27,5 Jahre. Hat ja etwas gedauert; dafür kann ich mich nun offiziell Künstler schimpfen. D.h. auch, dass sich diese Internetseite ein wenig verändern wird: meine Kunst wird auch hier zu kaufen sein, bald! In der Zwischenzeit sende die schönsten Grüße aus dem schönen, endlos inspirierenden Griechenland, Stoupa. Bis nächsten Dienstag!
In Gedanken an den Cherub Rilke, der die deutsche Sprache und deren Melodie-Potenzial in einer unvergleichlichen Weise gemeistert hat; dem ein oder anderen dürften da „gewisse“ Parallelen in der Rhythmik auffallen. ÄHEM. Die Augen, deine, brechen Wirklichkeit,als fielen aus den Himmeln fern die Sterneauf mich; ein kleiner, schwacher Punkt der Erde. Aus diesem Echten, wächst der Dämon „Werde!“und führt mich liebevoll zur Einsamkeit. Wir alle leiden. Alles Leid erhellt.Und alles ist ein Teil: und nichts zu neiden. Und da bist du, doch, in so naher Ferne, dass Trauer mich, als Glück der Welt, befällt.
Auch im Rahmen des „drawing on the right side of the brain“ entstanden. Hatte ich bereits erwähnt, dass ich auf Kohle stehe? Ach, ja. Dieses taktil-Direkte eines Kohlestäbchens ist aber auch so befriedigend; wie perfekt weichharte Butter schneiden, oder das Klacken eines durchlaufenden Rennrads hören, oder am Abend ein orange-rosafarbenes-blaugraues Wolkengeflecht sehen, oder die Hand eines anderen Menschen auf der eigenen Haut spüren.
Nein, dieser Anfang hat mir nicht gefallen; drum schreib ich den hier als Neuen; ja, der ist viel besser. So einfach. Zack! Wobei – immer noch hadere ich. Weil es stockt, der Zufluss meiner Musen – aber nicht der Ausfluss! Denn letzten Endes wird hier etwas (ent)stehen! Aber nicht irgendeine heruntergerotzte Wortabfolge, die den Lesenden das Augenrollen meistern lässt, sondern etwas – mit – ja – diesem gewissen Etwas?Manchmal sieht ein unfertiges Kunstwerk aus wie ein Spiegel, der alles – sich selbst, Urheber, Idee, die Welt – in einer hässlichsten Form zeigt: Ja, ich höre euch postmoderne Aufgedröseltheiten trotzen; sehe euch erloschene Lasch-Affen die ergrauten Köpfe schütteln; fühle die Bitterkeit der Welt in meinen Adern; wenn ich dir Spiegel gegenüberstehe, […]
Zum Gedicht der letzten Woche nun der Samen, dessen Spross sich mittlerweile auf Leinwände ausgebreitet hat und weiter ausbreiten wird. 2017 ist dieses flüchtige Bild entstanden, noch in Berlin, glaube ich. Mir ist damals nichts besseres eingefallen, als es „crushed sea“ zu nennen. Ganz hip, in english. Ähem …
Samtig braun in Tropfenform schlummernder Baum,was versteckst du dich in Kleinheiten des Lebens?Was ruhst du im geschützten Fruchtgehäuse,als ob du wüsstest, dass du oder einer von euchdas Notwendige tun wird? Du irre Vielzahl, die du in einem deiner vielen Früchte,wie du sie zur Schau, in schöner Farbe, hinter Düften,mittels der allerersten Sprache, von der du weißt,dass sie gehört werden wird,in deinen Kronen trägst, trotz deiner Sinnlosigkeit. Dass du Mysterium dich in all dem Chaos zurecht gefunden hast!Gesetze der Natur – gesetzt?Die Wahrheit im Baume, die Wahrheit im Mensch –die Wahrheit im vielschichtigen, sich verändernden Subkosmoshalboffener, stets verbundener Systeme des Daseins. Und das viele Nichts, in all den Zwischenräumen,aus denen fraktalartige Spiralen in die Unendlichkeit kreisen,die Geschichte von alles und nichts […]
Nicht angenommener Beitrag für Jordan B. Petersons nächstes Buch. Angaben der Ausschreibung auf seiner Website waren zwei Tarotkarten, die den Narren in einem unterschiedlichen Stil dargestellt haben (hier und hier), und von denen man sich inspirieren lassen sollte. Leider gab es zu meinem Beitrag keine Rückmeldung von Petersons Seite, dennoch schätze ich diese, meine zweite, Tusche-Zeichnung.
Dies ist die Geschichte eines Käfers. Wie alle Käfer wurde auch er geboren und mit der Zeit ein bisschen größer, bis er ausgewachsen war. In seiner Käferkolonie gehörte er wohl zu den Nomaden, denn schon bald sollte er seine Familie verlassen, um durch die Welt zu krabbeln und manchmal sogar zu fliegen. Fliegen aber war – mit dem Öffnen und Offenhalten seines Rückenpanzers – mit größter Anstrengung verbunden. So flog er nur in den allernotwendigsten Situationen.Eines Tages fand er sich an einer grauen Häuserwand wieder. Ein Paradies aus Rillen, Furchen und Löcher. Wer wäre da nicht in Allesmögliche hineingekrabbelt? So kam es, dass eines dieser Löcher sich als Tunnelchen entlarvte. Er krabbelte vor und tiefer in das enge Schwarz, bis […]