und kein Tag ohne Rauschen, kein Tag ohne Ruh, kein Tag ohne die brechenden Wellen der Zeit,

die es treibend abtragen, das Fleisch, wie das Gestein, das sie zu Sand wandeln, alles – ziehen sie zu sich, mit jeder Woge unter schillernder Gischt zum Meeresabgrund

reißen sie noch jedes Leben, jedes

irgendwann Entstandenes, in und aus den himmlischen Gewässern, nur

um zu werden, und vergehen, und wieder zu entstehen, stets: ein erstes Regen, erstes Blicken – während andere ersticken, in den Fluten

jener Wassertropfenmasse, die sich schmiegt an unsre Erde – dort

wiegt sich in den Sandkornweiten kühl ein Film der Morgensee, der dunklen, der von Wolkenwucht umzäunten, während langsam hell das Blau den Himmel öffnet, da, wo Strahlen aufgefächert glühen:

Sie kommt,

die Gleißende, sie:

unsere Mitte, unser leuchtender Weltenanker – bloß ein Punkt im Ozean des Daseins …

in dem zeitlos die Ströme der Zukunft sich brechen an Felsen des Einstigen – lebhaft im Jetzt,

das allen Zeitraum füllt, und hält,

und fällt – dieser eine endlose Moment, der alles eint und alles trennt

und, wie ein Fluss im Kreise rennt, nie nicht ist, und immer fließt;

als Ursprung und als Ende sich in sich ergießt und quillt, in sich aus sich heraus; in unendlicher Vielfalt strömt er in sich auf

und ab,

und alles wandelnd,

alle Hüllen, die sich immer wieder lösen und entsteigen, um in Himmeln wolkenschwer als Regen aus der Luft zu scheiden, und landend auf den Erden wieder selbst zu werden – in steter Wiederkehr,

verwandelnd, alles,

durch die Tiefen, deren Schwere alles staut und durch kleinste Risse Nässen dringen lässt, dass zum Trotze ihrer Härte alle Gründe triefen von den feinsten Flüsslein, die sich bahnend, windend alle Unterwelt erschließen und hinauf, hinaus als Quellen ungestumpft zu sprießen – ewig gleiche Wiederkunft

der Wandlung,

die unvergänglich wandelnd bleibt,

weil

in der erblickten Welt sich Gegensätze stets zu fordern scheinen – dieses

braucht das Jene; und jenes braucht das Diese, wie das Wasser Land und Land das Wasser braucht, braucht alles einander, Alles,

mit seinen endlos vielen Enden, die um uns und in uns und erst durch uns sind, die Ufer,

wir: ein lebendiges Ufer,

in das die entgegengesetzten Fontänen des Seins einsprudeln, und wallen, im Menschen,

der auf Inseln verschieden und doch genau gleich seine Stapfen getrennt und vereint hinterlässt in den Körnern,

im alles umringend umragenden Blau,

das mit seiner grenzenlosen Fülle bald vergessen macht, was noch fest und was zerronnen, was begonnen und geendet einst: Das zeitlos selbe Spiel,

das Welten schafft und sie zerbricht, um sie zu schaffen und zu brechen,

Staub um Staub und Schicht um Schicht,

das All sich raubend baut, ins Äußere verinnerlicht

als Strom, der alle Massen trägt, der alles Dasein wägt, der in und um und durch das letzte Teilchen seines Ganzen fließt und

voller Kraft in seiner Mitte strömt, zart an seinen Rändern streicht; mal als Rinnsal plätschernd eilt, und in Fällen tosend prallt; perlend über Blätter rinnt, Fluten über Auen schwemmt, durch Wüsten und Oasen drängt, aus dunklen Spalten wallt; mäandernd durch Gebirge schleift, aus Gipfelquellen schwellend in die Täler reißt; sich durch Wäldchen schlängelnd wühlt, und verschneite Länder kühlt; in Grotten tropft, durch Erden sickert, starr zu Eis sich weit in weiße Felder splittert; schmelzend aus den Gletscherzungen, rieselnd durch die Felsenengen, unter wilden Winden wellend in den Tümpeln weilt; in Mooren stockt, in Schleiern steigt, aus Mulden spuckt und sprühend heiße Strahlen speit, aus Wolken nieselnd tupft; auf den Weltenbecken lastet, in die Lebensmeere mündet, an den Dämmen ruhend wuchtet – und noch alle Dämme bricht: Aus Gewittern peitscht, an Küsten kracht, die Ozeane bäumt zur Schlacht, in blitzerfüllter Todesnacht mit schwarzer Wogen fängt, in Mahlstromwirbeln schlingt, und sich im Sturme um das Auge ringt:

so ruhend, scheinbar, wie Gestein

im Meeresrauschen und