Maya …

… würde ich schreiben, wenn es sich hier um eine Abhandlung indischer Philosophie hielte. Einiges zu erzählen gäbe es da über dieses so verzaubernde Wörtchen Maya, die als “unergründliche Schöpferkraft des absoluten Brahman” gilt – der ewige Schleier.
Da ich aber nicht genügend davon verstehe, überlasse ich es euch Lesern, die Bhagavad Gita zu lesen, oder mal ganz nett mit Hesses Siddhartha anzufangen, oder einfach ein kleines Philosophie-Studium durchzudrücken; hier in Wien kostet’s ja kaum was – ansonsten kann ich den Dr. Arno Böhler empfehlen. Überbrückt die Kluft zwischen westlicher und östlicher Liebe zur Weisheit ganz interessant, wie ich finde – womit wir die Brücke zurück zum Westen schlagen können: Maia. Die gute alte römische Göttin. Frau von Vulcanus, dem römischen Hephaistos (Feuer, Schmiede und so … einer deutsch-französischen Produktion übrigens sei Dank, für die geniale Aufbereitung der griechischen Mythologie).
Der Dame wurde also am Ersten ihres Monats eine trächtige Sau geopfert von so ‘nem Flamen. Damit meine ich nicht einen flämisch sprechenden Belgier, sondern so’n altrömischen Opferpriester, in diesem Fall der Flamen Volcanalis, der so eine arme Sau mit ungeborenen, doch leben wollenden Miniversionen von sich selbst einfach so die Kehle durchschneidet! Und überall Blut! Spritzt ja wie sau! – Moment. Sagte ich: einfach so?

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Die zerrissenen Zwanziger – Illustration Nummer 9

Für Lorena Pirchers Prosabeitrag illustriertes Ding. Gut, sie ist eine geniale Lyrikerin, deren Zeilen zu zeichnen … zum Glück waren da noch zwei kurze Prosatexte dabei. Ja.
Und sonst so?
Die dritte Fassung meines Erstromans Netzlos – “Teil 1” (was definitiv nicht der Untertitel sein wird – Teil 1, pah! – aber ein “gscheiter” Untertitel muss noch aus meinem Inneren heraufbrechen) hat bald Halbzeit! Die ersten 76 von 171 Seiten sind überarbeitet. Ich weiß noch nicht wann genau, aber dieses Jahr wird die Geschichte um Ella – die im Chaos durch die Internetzerstörung in einer (unseren) Zukunftswelt durchlebt, wie grausam der Nihilismus sein kann, und wie heilsam, doch schmerzhaft Sinn dagegen wirkt – in eine Fassung gebracht werden, bei der ich hinter jedem einzelnen Satz, Wort und Satzzeichen stehe.
Nun ja. Schöne Woche euch!

Die große Mutter

Nein, Erich Neumanns Buch hab ich diesbezüglich noch nicht gelesen. Hab aber gehört, dass er – als Schüler C. G. Jungs – nicht ganz unlesenswert sein soll. Im Anklang an das letzte Sonntagfest mein frischestes Gedicht, in gleichzeitig bester Dichter-Übung des Sonnettes!

Die große Mutter

Und ewig nimmst und hältst mit deinem Geben
die Herzen deiner Kinder du im Grunde,
der warm uns bettet; und vor jeder Wunde
beschützt du uns mit deiner Brust fürs Leben.

Der Nabel zeugt vom Ursprung aller Trennung.
Und lässt dich höchste Mutterschuld erleiden:
Ein Teil von dir aus eurer Ganzheit scheiden –
Verdammt für immer dich zur Anerkennung?

Wie du mit diesem Urschmerz lebst – zum Trotze? –
und über das unendlich klaffend Weite
das All erhältst, mit Dasein füllst das Sterben.

Denn jeder deiner Küsse sagte: “Strotze
vor Lebenskraft, die Gutes schafft: so schreite!
Voran durchs Schattenland, du Licht aus Erben.

Da bleibt nur noch: Danke, Mama(s)!

Erwachsenwerden – Illustration

Im Anschluss meines Geburtsmonats nun auch noch meine Illustration zu meinem Text (#Egozentrismus) in der kommenden Anthologie Die zerrissenen Zwanziger: Erwachsenwerden; dazu noch mich selbst zitierend: Und wenn du kein zerklüftetes Küstengebirge bist, dann hat dich das Meer ganz schnell zu Sand verwandelt – was es so oder so tun wird – nur deinem Massiv entsprechend zeitaufwändiger – ja: ich gebe es zu: nun hat mich die Coronalangeweile so sehr in die Mangel genommen, dass ich so ichbetont auf mich verweise. So funktioniert doch Selbstlieben, oder nicht?

April, April

Da lacht die Sonne, weint der Himmel, rast der Wind, es grauen die Wolken – ja als ob man hier in der belgischen Eiffel wäre, und nicht in Wien! Wahnsinn. Mein Geburtsmonat ist wirklicher Wahnsinn! Launisch wie jedes dreijährige Kind und gleichzeitig das nach grauen Wintermonaten so bedürftige Blütenblut spendend – wie jedes dreijährige Kind es mit seiner steten Begeisterung und Bewunderung von allem vermag; ja … der April ist wohl das Kleinkind unter den Monaten UND macht eben, was er will.

Nachdem ich dieses Jahr in den monatlichen Blogeinträgen die Monatsursprünge zum Teil aufgedröselt habe, bleibe ich diesem Muster treu: aber der April bietet nicht viel außer Mutmaßungen über die Herkunft seines Namens (vielleicht von Aphrodite abgeleitet oder vom lateinischen aperire – “öffnen”, oder, oder, oder …), dem klassischen Aprilscherz am ersten Tag (seit dem 16./17. Jahrhundert in unseren Breitenkreisen dokumentiert und dieses Brauchs Begründung schwankt von Luzifers Einzug in die Hölle an jenem ersten Apriltag bis zur verkackten Regelung des Münzwesens auf dem Augsburger Reichstag 1530 – und eben alles, was dazwischen noch so Platz hat.) – ach, und dann noch das christlicher Osterfest natürlich, wo es plötzlich keinen toten Jesus mehr gab, weil er sich dachte: Auferstehung, Mann! (Und Frau natürlich!) – also doch nicht so wenig. Hm.

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Vom Römer zum Griechen – Tod und Leben

Diese Titel klingen allmählich zu ähnlich – bedeuten sie doch etwas ganz anderes! Das ist ganz gewieft, wie der junge Autor Christoph Temnitzer mit Artikeln und Präpositionen umzugehen weiß, jahjah … So könnte eine Zeitung vielleicht mal über mich schreiben – oder auch nicht. Who cares?

Dieses erste Ölbild hat in Griechenland seinen Ursprung gefunden und ist ein Geschenk für meine liebe Großmutter, die – seien wir mal ehrlich: einfach nur ne coole Frau ist. Sagt, was sie denkt, ist bescheiden und hübsch, lacht viel, trotz kurzjährigem Witwen-Dasein – eine inspirierende Frau, die, wie ich finde, eine großartige Familie auf die Beine gestellt hat. Da kann man auch ruhig mehr als ein Mal danke sagen. Also: Danke, Oma!

Tod und Leben, 30×40, Öl auf Leinwandplatte

Der Grieche und der Römer

Ja: scheinbar werde ich dieses Römische nicht los. In der Schule 6 Jahre Latein gehabt und nichts gelernt (zugegeben: mein Versagen und das der Lehrerin), und nun bin ich verflucht. Jeder kommende Post wird in irgendeinem römischen Kontext stehen, ich fühle es … aber vielleicht ist dem so, nicht wegen eines Fluchs, sondern, weil die Römer maßgebend auf unser heutiges europäisches Fundament eingewirkt haben. Nun ja.
Ich präsentiere die Zeichnung für Paula Kühns Text aus der kommenden Jung Wien 14‘-Anthologie: Die zerrissenen Zwanziger.

Brot und Spiele

Passend zum Mär(z)chen der letzte Woche nun wieder etwas Römisches: Einst bestimmte es über alles, die Herrschaft, die Ämter und die Legionen. Doch nun wünscht sich das Volk, um zufrieden zu sein, nur noch zwei Dinge, Brot und Spiele.

Vor einem Jahr meinte ein gewisser Max: “Hey! Wie wär’s mit einem Kurzgeschichtenverlag?”
Und nachdem die Grundwerte Anspruch und Unterhaltung definiert wurden, wird jetzt die Idee des Triumvirats aus Max Haberich, Constantin Schwab und meine Wenigkeit manifestiert: der Kurzgeschichtenverlags Brot und Spiele geht in die Gründung; im Herbst dieses Jahres werden wir die ersten fünf Bücher herausbringen : 3 zeitgenössische Jungautoren (bisher: Maria Jansen und Irene Diwiak) und 2 “Kurze Klassiker” (ein Band mit Erzählungen von Leo Perutz und eines mit Geschichten von Gustav Meyrink).

Doch noch fehlt Kapital – und drum dieser kurze Aufruf für eine Spende auf unserer Startnext-Seite.

Ein Mär(z)chen

Es waren einmal zwei Völker. Nennen wir die einen Germanen, die anderen Römer. Und – ja: um die Geschichte kurz zu machen: die Römer haben alles gefickt. Also metaphorisch. Vielleicht auch ein wenig wortwörtlich, aber verbleiben wir bei der vor emotionalem Sicherheitsabstand strotzenden Metapher.
Diese Römer, die – ich mein: die hatten mehr als’n Taui Regierungszeit, über 1000 Jahre eben; das darf man nicht einfach so unter den Perserteppich kehren, aber – die haben den Germanen den Langtag weggenommen, den Langtag! Denn dies war ihre Bezeichnung für den dritten Monat unseres Jahres, im Germanischen dann “Lenzmond” oder “Lenzing” genannt (Etymologisch entstand das aus dem logischen Zusammenschluss aus “lenzo” (=lang) und “tina” (=Tag)), also der Langtag. Und natürlich musste es Langtag heißen! Frühlingsanfang mit dem zu feiernden Äquinoktium (=Tagundnachtgleiche) nach schrecklich bösen, dunklen, kalten, unerbittlichen Wintertagen … der Langi war eben der Monat, in dem die Tage wieder länger wurden. Klar, präzise, genial, juchee!
Aber dann

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Die Zerrissenen Zwanziger: “Hasta la vista, baby”

Zeichnung zu Hamed Abbouds Text “Hasta la vista, baby” in unser bald erscheinenden Anthologie “Die Zerrissenen Zwanziger“. Elf weitere Zeichnungen werden in den nächsten Wochen hier veröffentlicht werden!